Stefanie Seitz über ein starkes Team von Anfang an

Stefanie Seitz ist Inhaberin von dreamteam consulting für lebendige Unternehmensentwicklung. Im Mittelpunkt ihrer Arbeit steht die bewusste Teamentwicklung, die Entwicklung eigenener Problemlösungskompetenzen sowie die Innovationsfähigkeit ihrer Kunden. Im Interview auf dem Mobile Media Day 2015 in Würzburg erklärt sie was man bei der Zusammenstellung eines Teams beachten muss und wie man von Anfang an ein starkes Team mit Zusammenhalt entwickelt.

Wie kann man eine lebendige Unternehmenskultur schaffen, die den Menschen einen Sinn stiftet?

Das schafft man am besten in dem man Menschen als Menschen betrachtet und nicht nur als Funktionsträger, also sie auch außerhalb ihrer Rolle wahrnimmt und nicht nur nach der Fähigkeit die sie haben fragt, sondern auch nach dem wie sie gerne arbeiten, was ihnen Freude macht, wo sie ihre Energie haben und was sie begeistert. Wenn ich diese Begeisterung für etwas Sinnvolles in den Menschen wecke, bei jedem einzelnen, dann habe ich auch eine lebendige Kultur, die auch diese Sinnfrage gleich mit beinhaltet.

Welche Erfahrungen hast du im Laufe deiner Arbeit und Projekte gemacht? Wo hakt es schnell am meisten und wie lassen sich Konflikte lösen?

Wenn ich auf die menschliche Ebene gehe, entstehen viele Konflikte erst gar nicht beziehungsweise fachliche und sachliche Themen werden irrelevant oder zweitrangig. Ich habe es schon häufig erlebt, dass andere sagen: Hey, wir wollen ja eigentlich das gleiche und dass was wir die ganze Zeit inhaltlich diskutiert haben, spielt plötzlich keine Rolle mehr. Ich verstehe jetzt auch warum derjenige so tickt wie er tickt. Aber es ist wichtig, dass er so ist wie er ist und gemeinsam ergänzen wir uns. Daraus entsteht eine neue Perspektive. Und diese neue Perspektive hilft, die kritischen Situationen auch gut zu umschiffen.

Wenn man startet, ergeben sich Teamzusammenschlüsse meist recht spontan und pragmatisch. Auf was sollte man achten?

Auf Sympathie auf jeden Fall. Aber das allein ist oft nicht der Garant für den Erfolg. Wenn sich Menschen zusammenschließen, die sich sympathisch sind, sind sie sich ja oft sehr ähnlich.

Jetzt habe ich aber verschiedene Aufgaben: Jemand der mehr mit den Menschen spricht und jemand der mehr im Hintergrund arbeitet. Wenn dann alle ähnlich ticken, also ähnliche Präferenzen beim arbeiten haben, dann kann es sein, dass Aufgabenbereiche komplett unter den Tisch fallen, die aber wichtig sind. Daher ist es wichtig darauf zu achten, dass ich ein Team zusammenstelle bei dem verschiedene Arten von Arbeitspräferenzen zusammenkommen.

Das heißt: Ich habe hier zum Beispiel jemand der spontan agiert und hier jemand der mal genauer hinschaut. Dann habe ich jemand, der mal eher aus dem Bauch heraus entscheidet und der andere eher die Zahlen-Daten-Fakten-Lage genauer anschaut. Weiter habe ich jemand, der sehr flexibel ist und der auch sagt “Hey, wir müssen das Ruder rumreißen” und jemand anderes der auch auf Stabilität achtet. Oder ich habe jemanden der mehr nach außen geht und spricht und eine andere Person die auf die feinen, kleinen Dinge achtet.

So gibt es verschiedene Blickwinkel die ich in ein Team integrieren kann. Um ein Team ausgewogen zusammenzustellen, muss man darauf achten, dass das Team sich auch der gesamten Aufgaben bewusst ist und selbst darauf achtet, dass jeder das macht, was ihm am besten liegt. Dann habe ich schon einen guten Start.

Wie lernt man Führungsqualitäten zu entwickeln und wie gewinnt man dann auch schnell eigenes Zutrauen in diese neue Führungsrolle?

Führung bedeutet, dass ich anderen ermögliche ihre Arbeit gut zu machen. Wenn ich andere in ihren Stärken wirklich erkenne und unterstütze, sodass sie das Richtige tun und ein gutes Umfeld und die Möglichkeiten haben, um ihre Arbeit gut zu erledigen, dann habe ich als Führungskraft schon verdammt viel gewonnen.

Wenn ich mich dann noch aus dem Micro-Management heraushalte und Eigeninitiative zulasse und dafür Sorge trage, dass das Ziel klar ist: Wo wollen wir gemeinsam hinkommen, was ist die große Orientierungslinie? Dafür müssen die Aufgaben und die Zwischenschritte klar sein. Kein Mensch möchte fremdbestimmt sein. Das ist der größte Energiekiller. Wenn ich das alles zulasse und dann den Rahmen dafür bereitstelle und vielleicht auch mal moderierend eingreife wenn es Konflikte gibt, dann führe ich souverän und dann fühlen sich in der Regel alle dabei wohl.

Stefanie Seitz von dreamteam consulting über ein starkes Team von Anfang an. Herzlichen Dank für das Interview.